Quellaustritte sichern

Jeder Bach hat seinen Ursprung. Auf den Hochflächen der Nordeifel fliesst das Regenwasser unter der Grasnarbe auf dem Grundgestein zum Tal. Wenn der Boden flachgründig ist und genügend Wasser zusammenkommt, drückt es sich an die Oberfläche und sickert nahe der Oberfläche durch das Erdreich.

Man erkennt die Stellen im Grünland an der andersartigen Zusammensetzung der Pflanzen. Binsen beherrschen diese Bereiche. Sie besitzen ein gut durchlüftetes Pflanzengewebe, welches die Wachstumsbedingungen auf nassem Untergrund vereinfachen. Kuckuckslichtnelke, Sumpfdotterblume, Sumpflabkraut oder Hornklee sind weitere Profiteure, die hier angetroffen werden können. Nicht zuletzt aber auch der Schlangenknöterich, so dass die Leitart unseres Projektes - der Blauschillernde Feuerfalter - auch fernab von Feuchtwiesen und Bachufern an diesen nassen Flecken auf Wiese und Weide gefunden werden können. Als Falter, Ei und Raupe.

Für den landwirtschaftlichen Ertrag sind dauerhaft nasse Böden uninteressant. Binsen sind ein schlechtes Futtergras und werden auch auf Weiden vom Vieh - wenn überhaupt - als letztes gefressen. "Patches & Corridors" will derartige Quellaustritte und andere feuchte Bereiche auf Wiese und Weide für den Naturschutz sichern. Da sich die Schutzgebiete der Nordeifel in der Regel auf die Tallagen beschränken, mangelt es an artenreichen Lebensräumen in den Hochlagen. Quellaustritte und -siefen, die nicht oder spät beweidet bzw. gemäht werden, können eine wichtige Rolle in ansonsten durch mehrmals im Jahr intensive Nutzung von Grünland geprägte Landschaften einnehmen.

Unsere Absicht ist daher der Abschluss von Nutzungsverträgen mit Landeigentümern und Flächennutzern, um diese Trittsteine der Artenvielfalt zu sichern. Durch eine späte und nicht in jedem Jahr erfolgende Mahd in Wiesen oder durch (temporäre) Auszäunung in Weiden.

Quellsief
Feuchte Stelle