Ausgesäter Samen der Bergulme ist angewachsen

10. Juni 2020

teaser-bildFruchtstände der Bergulme (Ulmus glabra)

Am 18. Mai haben wir von der alten Bergulme in Rohren Samen der unteren Äste gepflückt. Zwei kleine, aber vollgepackte Tüten wurden abends auf gut entwickelte Samenfrüchte hin ausgelesen…

Diese Früchte haben ungefähr die Größe und Dicke einer Linse. Die Auslese ist eine langwierige Handarbeit, bei der man die Samenstände durch leichten Druck zwischen Daumen und Zeigefinger prüft.

Das aussortierte Material wurde kühl gelagert und am 20. Mai auf ein Saatbeet gebracht. Dabei hatten wir fachkundige Unterstützung durch Raimund Knauf aus dem Institut für Biologie I (Botanik/Molekulare Genetik) der RWTH Aachen, der sich ehrenamtlich an die Anzucht gewagt hat. Da die Bergulme als Lichtkeimer beschrieben wird, drückt man den Samen auf humoser Erde an und hält ihn feucht. Er wurde nicht untergegraben. Wichtig ist auch, dass die Aussaat kurz nach Samenreife beginnt, da der Samen nur wenige Tage keimfähig sein soll. Tatsächlich konnte man den Keimerfolg bereits am 2. Juni beobachten. Eine Woche später entwickelten sich die ersten, auf die Keimblätter nachfolgenden Blätter der kleinen Ulmen. Ihnen fehlt noch die typische Form ältere Blätter mit asymmetrischem Blattgrund und dreizipfeliger Spreite.

Wenn die Entwicklung weiterhin so erfolgreich verläuft, werden die Bäume zukünftig in der weiteren Umgebung von Rohren standortgerecht ausgepflanzt.

Saatbeet mit Keimlingen der Bergulme (Foto: R. Knauf)
Ungewöhnliche Blattform (Foto: R. Knauf)